Das Haus "Zur güldenen Schaar"

Einst, vor hunderten von Jahren, reichten die Mägde und Knechte das frisch gezapfte Bier in den mittelalterlichen Straßen Erfurts und luden zum Verweilen ein. Viele Jahre sind seither verstrichen und das Bier schmeckt heute immer noch!

Bei uns wird leider kein Bier mehr gebraut und gezapft, aber verweilen kann man bei uns im Haus "Zur güldenen Schaar" immer noch.

Die ältesten Nachweise für das Haus findet man genau unter den Wohnungen, im Keller. Es sind Mauerreste aus dem 15. Jahrhundert. Das Haus wurde vom 1587 bis 1685 als Biereige genutzt.

Alte Aufzeichnungen besagen, dass es anschließend ab 1686 von diversen Personen bewohnt wurde. Unter anderem von einem Handelsmann, einem Weißkramer, einem Goldschmied und letztlich bis 1826 von einem Bäckermeister. Ab da sind Aufzeichnungen leider nicht mehr vorhanden.

Seit 1938 ist das Haus im Familienbesitz der Familie Herbst. Die noch heute vorhandene Fleischerei (heute Fa. Zitzmann) wurde damals vom Eigentümer Karl Herbst von 1938 bis 1956 selbst betrieben. Das Ladengeschäft wurde 1956 verstaatlicht, von der Konsum Genossenschaft übernommen und bis in die Wendezeit betrieben. Das Grundstück selbst blieb immer Familienbesitz. Die Söhne des Eigentümers – Karl und Joachim Herbst – begannen 1990 mit der Sanierung des Vorderhauses. Im Frühjahr 2009 hatten sie entschieden, im Vorderhaus eine erste Ferienwohnung "Zur güldenen Schaar" einzurichten.

Diese wurde während einer vierjährigen Bauzeit seit 2010 um sechs weitere Wohnungen im Hinterhaus erweitert. Recherchen haben ergeben, dass unser Haus im Mittelalter den Namen "Zur güldenen Schaar" trug. Das haben wir zum Anlass genommen, den Namen wieder zu nutzen.

Warum der Name " Zur güldenen Schaar"?

Die alten Hausnamen beruhen oftmals auf natürlichen Kennzeichen des Hauses oder des Grundstückes. Oft wurden sie von der Allgemeinheit gefunden und vergeben oder vom Besitzer selbst am Haus angebracht, um es später danach zu benennen.

"Zur güldenen Schaar" lässt nur vermuten, dass vielleicht jemand darin gewohnt hat, der mit Landwirtschaft oder Gartenbau zu tun hatte. Vielleicht aber auch, weil es an der ehemaligen großen Handelsstraße VIA REGIA liegt, inmitten der vielen Felder, die Erfurt früher umgaben.

Die Schaar ist nichts anderes als das Messer vom Pflug, um die Felder aufzulockern und die Erde zu wenden. Dadurch kann die Bodenstruktur wachsen und gedeihen.

Landwirtschaft und Gartenbau wurde in Erfurt schon immer groß geschrieben, sei es durch die Bohnenfelder einst um Erfurt. Nicht zu vergessen: Erfurt wurde durch den Waidanbau und später als Blumenstadt weltbekannt!

Da am Rande des Feldes bekanntlich auch Blumen blühen, die mit der Schaar umgepflügt wurden, möchten wir mit unseren Namen für die Ferienwohnungen daran erinnern, dass auch die Blumen, die am Feldrand wachsen, sehr schön anzusehen sind. Wie unsere Ferienwohnungen eben.

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in unserem Haus "Zur güldenen Schaar" und natürlich in der Landeshauptstadt Erfurt.

Ihre Familien Herbst & Hennig